Bad Religion, Generator

3/4 Takt as it's best

Playlist

Generator Heaven is falling Too much to ask Atomic garden No direction Tomorrow The answer Fertile cresent Chimera Only Entertainment Two babies in the dark = ton:gedicht
"Like a rock, like a planet, like fucking atom bomb." Besser kann man diese Scheibe wohl nicht beschreiben. Vergeßt den Irokesen, vergeßt bunte Haare, Sicherheitsnadeln im Gesicht, Springerstiefel und abgeranzte Klamotten, Punk kann auch anders aussehen! Früher dachte ich immer das Erscheinungsbild wäre proportional zur Einstellung. Will sagen, dass ein Punk nur ein Punk sein konnte wenn er auch dem medialen Stereotypen entsprach. Doch wie könnte es anders sein, das Äußere lässt nicht immer fast nie auf den Charakter der Person schließen. Nach heutigem Wissen erscheint mir dieser kausale Zusammenhang fast zu logisch als das man ihn je hätte nicht plausibel finden können. Doch damals, es könnte das Jahr 199x gewesen sein, wollte ich mir etwas ganz hartes, zumindest dem Namen nach, an Musik zulegen. (Hier wird also aus dem Äußeren der Bandname, get it?) So, da stand ich also bei WOM vor den Regalen mit der Aufschrift „Hardcore / Punk“ und überlegte fieberhaft welcher Bandname, denn ich kannte ja keine von den dort vorgehaltenen Bands, am gefährlichsten klingt. In Addition mit meiner Aufmüpfigkeit die einem so mit 16 / 17 Jahren heimsucht und einer daraus resultierenden Ablehnung jeglicher Obrigkeit, die natürlich auch die Kirche mit einschloss einschließt, kam mir der Name „Bad Religion“ doch ziemlich gefährlich, wenn nicht sogar überaus Verrucht vor. Ok, den Bandname hatte ich, aber welche Scheibe? Eigentlich wollte ich, mir ist so als hätte ich es bereits erwähnt, ja was ganz hartes, aber irgendwie sehen die Albencover nicht so wirklich gefährlich aus. Egal dann halt die dunkelste und das wahr, natürlich, Generator. Als ich dann zu hause die Neuerrungenschaft in den CD Spieler steckte bemerkte ich welch glücklicher Zufall mich da ereilt hatte. Alle Songs auf hohem bis sehr hohem Niveau. Angefangen von dem Album titelgebenden Song Generator bis hin zu Two babies in the dark, alles super Songs. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich eigentlich noch nie (bis heute) ein solch musikalisches Punkalbum erlebt habe wie dieses. Dabei prägen weniger die Instrumente das Klangbild als vielmehr der sehr melodische Gesang von Greg Geffin. Das der Mund des Leadsängers ein solch starkes Musikinstrument ist kann man auch unter anderem daran feststellen, dass man trotz Zuhilfenahme des Booklets nicht mitsingen kann. Ich finde es immer wieder aufs neue faszinierend in welchem Tempo und mit welchen Breaks die Songs vorgetragen werden. Besonders hervorzuheben von dieser besonders gelungen Punkrockplatte sind die Titel Heaven is falling und Too much to ask. Bei beiden Stücken gefallen die sehr ausgefeilten Vocals die, wie sollte es bei einer Punktscheibe anders sein, in Verbindung mit dem allseits beliebten ¾ Beat zwei wahnsinnig gute Lieder ergeben. Inhaltlich auch auf sehr hohem Niveau befinden sich No direction und Only Entertainment. Zum Schluss muss also konstatiert werden: Diese Scheibe sollte man als ehrlicher Punkrockfan schon ein, zweimal gehört haben.
year : rating : label : artist : 1992
Beitrag wurde mit 4.5 Sternen bewertet
Epitaph
Bad Religion